Geächtet

Schauspielhaus Graz

Regie: Volker Hesse, Autor: Ayad Akhtar

„Weil aber Videokameras zeitgleich für die Draufsicht sorgen, könnte man auch von Leguanen oder Geckos sprechen. Hesse geht Akhtars treuherziger Dialogregie nicht auf den Leim. Er rastert das „well-made play“, nüchtert es aus und macht ihm Beine. (…) Die angeblich so liberale westliche Gesellschaft? Ist ein Humanzoo ohne ausreichende Auslaufzonen.“

(Ronald Pohl, Der Standard, 12.12.2016)

„Die ganz im Stil antiker griechischer Tragödien angelegte düstere Unabänderlichkeit, mit der Akhtar in seinem raffiniert gebauten Konversationsstück die Hauptfigur Amir ins Unglück schickt, fasst Regisseur Volker Hesse in einen weißen Guckkasten (Bühne und Kostüme: Stephan Mannteuffel), den er sowohl horizontal als auch vertikal bespielen lässt. Ein Effekt, der sich durch flächendeckende Videoprojektionen noch verstärkt. Wie Versuchstiere huschen und klettern die Protagonisten durch diesen Bühnenraum und finden doch keine Konstellation, in der ein echtes Gespräch stattfinden kann: zu gefangen sind sie alle in den eigenen Welthaltungen und Rollenbildern, am Ende versteht man beinahe Amirs Neffen Hussein, der sich vom Westen geächtet fühlt: „Und jetzt tun sie so, als würden sie unseren Zorn nicht verstehen.“

(Ute Baumhackl, Kleine Zeitung, 10.12. 2016)

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REGIE – Volker Hesse
BÜHNE UND KOSTÜME – Stephan Mannteufel
VIDEO – rocafilm
DRAMATURGIE- Karla Mäder
ISAAC – Florian Köhler
ABE – Pascal Goffin